- Februar 2026
An die Bezirksbürgermeisterin von Pankow, Frau Dr. Cordelia Koch und die Stadträtin für Jugend und Familie, Frau Rona Tietje
Sehr geehrte Frau Dr. Koch, sehr geehrte Frau Tietje,
mit großer Sorge nehmen wir die Kürzungen der Zuwendungen für freie Träger der Kinder- und Jugendarbeit, der Familienförderung und der Schulsozialarbeit im Bezirk Pankow zur Kenntnis. Die Einschnitte von mindestens 12 Prozent, die Streichung der Tarifanpassungen aus den Jahren 2024/2025 sowie die Nichtberücksichtigung der aktuellen Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst gefährden diese zentralen Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien in unserem Bezirk massiv.
Die Konsequenzen sind gravierend: Arbeitsverträge können nicht mehr tarifgerecht erfüllt werden, Arbeitszeiten müssen reduziert und Angebote eingeschränkt oder eingestellt werden. Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Angebote der Familienförderung sowie die Schulsozialarbeit an Pankower Schulen sind gleichermaßen betroffen. Viele Träger müssen damit rechnen, dass ihre Mittel nur noch bis Ende Oktober 2026 ausreichen – danach droht faktisch die Schließung beziehungsweise die Einstellung wesentlicher Leistungen.
Die Kürzungen setzen einen folgenschweren Teufelskreis in Gang: Im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung bilden die aktuell erbrachten Leistungsstunden die Grundlage für die Mittelzuweisungen der Senatsverwaltung in zwei Jahren. Weniger Mittel heute bedeuten somit noch geringere Zuweisungen in der Zukunft. Langfristig droht eine massive Schwächung oder sogar das Aus der Kinder- und Jugendarbeit, der Familienförderung und der Schulsozialarbeit in freier Trägerschaft im Bezirk Pankow. Damit gerät auch das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ des Deutschen Komitees für UNICEF und des Deutschen Kinderhilfswerks in Gefahr.
Wir fordern den Bezirk Pankow daher mit Nachdruck auf:
– die tarifgerechte Bezahlung aller Beschäftigten in der Kinder- und Jugendarbeit, der Familienförderung und der Schulsozialarbeit sicherzustellen,
– die bereits umgesetzten Kürzungen der Zuwendungen unverzüglich zurückzunehmen und
– im Haushalt ausreichende Mittel für eine verlässliche Tarifvorsorge bereitzustellen.
Kinder, Jugendliche und Familien dürfen nicht die Zeche für Haushaltsprobleme zahlen. Jetzt zu handeln ist keine Option, sondern eine politische und gesellschaftliche Verpflichtung.
Mit besorgten Grüßen, die Erstunterzeichner:innen:
Albatros gemeinnützige Gesellschaft für soziale und gesundheitliche Dienstleistungen mbH, Friedrich Kiesinger (Geschäftsführung) casablanca gGmbH – gemeinnützige Gesellschaft für Innovative Jugendhilfe und Soziale Dienste mbH, Raik Depil und Nicole Figge (Geschäftsführung) Familienzentrum „Kleine Oranke“, Katharina Tennstedt-Horn (leitende Koordinatorin) FiPP e.V.- Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis, Jennifer Roberts (Geschäftsführender Vorstand) FreiZeitHaus e.V., Anne Lemberg (Geschäftsführung) GANGWAY – Straßensozialarbeit in Berlin e.V., Elvira Berndt (Geschäftsführung) GFAJ e.V., Stefan Dietrich (Koordination Jugendarbeit/Schule) GSJ – Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit gGmbH, Frank Kiepert und Anita Reindl (Geschäftsführung) Haus der Jugend Bunte Kuh e.V., Ceyda Korkut und Charlie Reinhardt (Projektleiterinnen) Humanistischer Verband Deutschlands | Berlin-Brandenburg KdöR, Alina Schmitz-Jung (Abteilungsleitung Jugend und Soziales) Juventus e.V. Jugendförderverein, Maude Fornaro (Projektleitung und -koordination) Kinder lernen Leben gGmbH, Silke Bishop (Geschäftsführung) KINDERRING BERLIN e.V., Burkhard Zimmermann (Vorstand) Kjfe“P.Bühne“e.V., Lena Hauser (Geschäftsführung) MACHmit! Museum für Kinder gGmbH, Uta Rinklebe (Geschäftsführung) Netzwerk Spiel/Kultur Prenzlauer Berg e.V., Marcus Schmidt und Stephan Metzner (Geschäftsführung) outreach gGmbH, Tabea Witt und Samira Bekkadour (Geschäftsführung) Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH, Jenny Seeberger und Udo Reichling (Geschäftsführung) Ronda gGmbH, Kurt Barabas (pädagogischer Leiter) SEHstern e. V. Psychosoziale Beratung & Betreuung, Antje Mika (Geschäftsführung) Spielkultur Berlin-Buch e.V., Martyn Sorge-Homuth (Projektkoordinator)
Spielraum Pankow e.V., Annett Rose (Projektleitung und Vorstand) und Dilek Yonkuc (Vorstand) Stützrad gGmbH, Dr. Sandy Neugebauer und Peter Cersovsky (Geschäftsführung) tandem BTL gGmbH, Sascha Mase (Bereichsleitung SBS) und Andreas Zühlke (Abteilungsleitung SBS) Unabhängiges Jugendzentrum Pankow JUP e. V., Jana Ringer (Geschäftsleitung) WeTeK Berlin gGmbH – gemeinnützige Gesellschaft für Qualifizierung, Ausbildung und Jugendkultur, Christine Scherer (Geschäftsführung)
Unterstützer:innen:
Die kommunale Jugend- und Familienförderung steht solidarisch an der Seite der Träger und Fachkräfte der freien Jugendhilfe in den Bereichen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit, der Schulsozialarbeit und der Familienförderung im Bezirk Pankow. Landesverband Abenteuerspielplätze und Kinderbauernhöfe in Berlin e. V., Sarah Plogmann, Jennifer Langer, Stephan Metzner, Birgit Blank, Irene Stephani (Vorstand) Pankower Arbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit nach § 78 SGB VIII (AG KJHG)
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