Presseerklärung – 18.2.26

der AG78 OKJA
Bezirk Pankow gefährdet Kinder, Jugend und Familienarbeit: Geld reicht nur noch bis Halloween
Pankow, Februar 2026 – Die Kinder- und Jugendarbeit, die Familienförderung sowie die Schulsozialarbeit im Bezirk Pankow stehen vor dem Kollaps. Die Zuwendungen für freie Träger der Jugendhilfe werden um mindestens 12 Prozent gekürzt. Bereits vereinbarte Tarifanpassungen aus den Jahren 2024/2025 wurden gestrichen; aktuelle Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst sind bislang nicht berücksichtigt.
Für die Träger bedeutet das: Arbeitsverträge können nicht mehr tarifgerecht erfüllt werden. Arbeitszeiten werden reduziert, Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Familienförderung und der Schulsozialarbeit eingeschränkt oder eingestellt. Viele Einrichtungen müssen damit rechnen, dass ihre Mittel nur bis Ende Oktober 2026 ausreichen – nach Halloween droht faktisch die Schließung.
Martyn Sorge-Homuth vom Träger Spielkultur Berlin-Buch e.V. beschreibt die Lage:
„Unsere Einrichtung Moorwiese bleibt bereits jetzt samstags geschlossen. Wenn die Kürzungen nicht zurückgenommen werden, ist für uns nach der Wahl Schluss.“
Die Kürzungen setzen einen Teufelskreis in Gang: Die aktuell reduzierten Angebote bilden die Grundlage für die Berechnung der Senatsmittel in zwei Jahren. Weniger Mittel heute bedeuten noch weniger Geld morgen. Langfristig droht die massive Schwächung oder sogar das Aus für offene Kinder- und Jugendarbeit, Familienförderung und Schulsozialarbeit in freier Trägerschaft im Bezirk Pankow. Damit gerät auch das offizielle Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ des Deutschen Komitees für UNICEF und des Deutschen Kinderhilfswerks in Gefahr.
„Die geplanten Kürzungen treffen die Kinder- und Jugendhilfe im Kern. Sie gefährden Räume, in denen junge Menschen Unterstützung, Beteiligung und Demokratie erleben – ebenso wie verlässliche Anlaufstellen für Familien und wichtige sozialpädagogische Angebote an Schulen“, erklärt Jennifer Roberts, Geschäftsführender Vorstand des FiPP e.V. – Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis. „Wer offene und unterstützende Angebote schwächt, nimmt Kindern, Jugendlichen und Familien sichere Orte, um sich zu entwickeln und gehört zu werden. Wir fordern den Bezirk auf, die tarifgerechte Finanzierung sicherzustellen und die Kürzungen zurückzunehmen.“
Kontakt:
Sprecher*innen der AG78: Jana Ringer und Martyn Sorge-Homuth
E-Mail: ag78@ok-ja-pankow.de

Zur Petition