Offener Brief – Pankower Offene Kinder- und Jugendarbeit
Für Demokratie und Menschenwürde. Gegen menschenfeindliche Politik
Die Wahl in Berlin steht vor der Tür und mit ihr ein Erstarken rechtsextremer und rechtspopulistischer Positionen, das uns alarmiert. Demokratische Prinzipien werden infrage gestellt, Hetze wird normalisiert. Leidtragende sind die Schwächsten unserer Gesellschaft: geflüchtete und migrantische Menschen, queere Menschen und FLINTA* Personen, Armutsbetroffene und Kinder und Jugendliche, die ohnehin schon zu wenig Gehör finden.
Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie muss gelebt, gestaltet und verteidigt werden – jeden Tag, an jedem Ort. Das tun wir als Pankower Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit: in Jugendclubs, Mädchenzentren, queeren Treffs, auf pädagogisch betreuten Plätzen, in der mobilen und Straßensozialarbeit. Mit diesem Offenen Brief positionieren wir uns deshalb erneut klar gegen menschenfeindliche Politik und für eine demokratische und vielfältige Gesellschaft.
Die Forderungen rechter und rechtspopulistischer Parteien – von der Absenkung der Strafmündigkeit über patriarchale Familien- und Geschlechterbilder bis zur Diffamierung von Vielfalt und Antidiskriminierungsarbeit als „Ideologie“ – widersprechen fundamental unserem Auftrag. Sie zielen darauf, genau die Räume abzuschaffen, die wir jungen Menschen bieten: Freiräume für Selbstbestimmung, kritisches Denken und gleichberechtigte Teilhabe. Wo Kürzungen die Offene Kinder- und Jugendarbeit schwächen, spielt das denjenigen in die Hände, die diese Räume ohnehin loswerden wollen.
Unsere Arbeit folgt den Prinzipien der Offenen Kinder- und Jugendarbeit: Freiwilligkeit, Offenheit für alle, Partizipation, Lebenswelt- und Bedürfnisorientierung. Immer wieder wird von uns Neutralität gefordert – wir sind aber nicht neutral! Kinder- und Jugendarbeit hat einen klaren gesetzlichen Auftrag: Sie ist den Menschenrechten verpflichtet – dem Grundgesetz, der UN-Kinderrechtskonvention, der UN-Behindertenrechtskonvention und damit dem Einsatz für eine gerechte und demokratische Gesellschaft. Wo Menschenwürde infrage gestellt wird, gibt es für uns nichts zu neutralisieren: Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit, Ableismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit widersprechen unserem Auftrag – und finden bei uns keinen Platz.
Für uns gehören Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion untrennbar zusammen. Wir schaffen Räume, in denen Mädchen und junge FLINTA*, queere Jugendliche mit ihren je eigenen Bedarfen und junge Menschen mit Behinderung gleichberechtigt teilhaben, sich ausprobieren und ihre Stimme finden können – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung oder Behinderung. Frei von Rollenzwängen, Barrieren, Diskriminierung und Gewalt: Diese Errungenschaften lassen wir uns nicht nehmen!
Mit diesem Offenen Brief wenden wir uns an die Berliner Öffentlichkeit und rufen dazu auf: Verteidigt die Demokratie: bei den anstehenden Wahlen, in Gesprächen im Alltag und überall dort, wo Menschenfeindlichkeit einen Fuß in die Tür bekommt. Zeigt Haltung und stärkt Toleranz und Vielfalt, im Familien- und Freundeskreis, gegenüber Kolleg*innen, in der Öffentlichkeit. Setzt euch ein für die Offene Kinder- und Jugendarbeit, die diese Verteidigung jeden Tag mit jungen Menschen lebt.
Pankower Offene Kinder- und Jugendarbeit
Berlin, 9.9.2026

…und hier nochmal als Kacheln für den Insta-Post:








